
Mit »Die Psi-Kämpferin« von Achim Mehnert beginnt die zweite ATLAN-Taschenbuchtrilogie bei Fanpro (eine ausführliche Zusammenfassung findet sich in der Perrypedia).
Die Handlung spielt wieder im Jahr 3102 und Atlan geht erneut höchstpersönlich in einen Risikoeinsatz. Die Jagd an der neben dem Arkoniden verschiedene Gruppen beteiligt sind, darunter zwei abtrünnige USO-Spezialisten und Agenten der ZGU, gilt einem Zellaktivator. Nachdem sich Atlan durch die Karnevalsfeierlichkeiten auf den Planeten des Xanthab-Systems gekämpft hat, trifft er am Ende auf die Psi-Kämpferin Trilith Okt, deren Lebensgeschichte einen Großteil des Romans ausmacht.
Achim Mehnert versteht es die Handlung unterhaltsam zu gestalten. Die Entwicklung der psi-begabten Trilith vom auf sich allein gestellten Kind zur Superkämpferin wird interessant und fesselnd geschildert. Rätselhaft bleibt bis zum Ende, welche externe Macht immer wieder Einfluss auf den Lebensweg Okts nimmt und ihre Ausbildung zur Dagor-Großmeisterin lenkt.
Der Arkonide verfolgt derweil die Spur von zwei abtrünnigen USO-Agenten, die hinter dem Zellaktivator her sind, und dafür mehrere Kollegen ermordet haben.
Diesmal ist die Motivation, warum Atlan selbst in den Einsatz geht, etwas nachvollziehbarer konstruiert, als bei der LEPSO-Trilogie. Da ist zu einen die Sorge um seinen greisen Topagenten Lemy Danger, der nur mit Hilfe des Zellaktivators überleben kann. Einen weiteren Teil von Atlans Motivation Quinto-Center für eine gewisse Zeit den Rücken zu kehren, ist aber auch der ferronische Unternehmensberater, den ihm Homer G. Adams auf den Hals gehetzt hat. Dieses Übel scheint auch in der Zukunft leider nicht ausgestorben zu sein.
Rätselhaft bleibt, warum der Zellaktivator plötzlich im Jahr 3102 beginnt die charakteristischen Funkimpulse auszustrahlen, nachdem die 25 Zellaktivatoren bereits 2326 von ES in der Milchstraße ausgestreut wurden.
Die Schilderung des Arkoniden ist durchaus stimmig und die inneren Dialoge mit dem Extrasinn sind meist spritzig und pointiert. Die Episode mit den kölschen Karnevalsfeiern auf Cebus und Finkarm ist allerdings etwas grenzwertig, zumindest für mich als Faschingsmuffel. Dass rote Funken, Köbes und eine ganze Reihe von Kölner Karnevalsliedern in dem Roman auftauchen, ist wohl Achims Ausgleich dafür, dass er das Manuskript während des Karnevals schreiben musste.
Auffällig ist, dass die Sex- und Gewaltquote im Vergleich zu den letzten ATLAN-Romanen deutlich niedriger ist. Das ist umso erstaunlicher, da auch die RUDYN-Exposés von Michael Marcus Thurner stammen.
Fazit: Der Auftakt zur RUDYN-Trilogie hat mir GUT gefallen. So kann es weitergehen.
Auf der Homepage von Fanpro finden sich inzwischen auch die Titelbilder und Titel der beiden übrigen RUDYN-Taschenbücher

»Das Sphärenrad« von Rüdiger Schäfer

»Acht Tage Ewigkeit« von Michael H. Buchholz